Marmelade mit reichlich „Nährwert“

Lions- und Zonta-Club sammeln 13.000 Euro für drei wichtige Projekte. Ursprüngliche Pläne durch Corona verhindert.

VON MARTINA STÖHR

AACHEN/WÜRSELEN Trotz Pandemie und ausgefallenen Weihnachtsmarkts haben die Aachener Lions-Clubs und der Zonta-Club Aachen auch diesmal wieder eine beachtliche Summe an Spenden zusammengebracht. Und so konnte Hans Röllinger im Namen der Clubs in gewohnter Manier drei Projekte auszeichnen und sie mit einer Finanzspritze von insgesamt 13.000 Euro beglücken.

6000 Euro flossen an das mobile Das-Da-Kindertheater, 4000 Euro an das Sport-Projekt Open Sundays sowie 3000 Euro an die Initiative Solwodi – Solidarität mit Frauen in Not. „Wir sind stolz, dass wir diese Spendensumme zusammenbekommen haben“, sagte Röllinger bei der offiziellen Übergabe der Spenden auf Burg Wilhelmstein in Würselen.

Denn leicht sei das nicht gewesen. Wie gewohnt wollten die Clubs auch im vergangenen Jahr wieder eifrig Marmelade kochen und sie unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen. Corona machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die Bäckerei Moss sprang hilfsbereit ein und versprach, die bis dato gekochte Marmelade in den eigenen Filialen zu verkaufen. Und dank zusätzlicher großzügiger Spender gelang es schließlich doch noch, eine Summe zusammenzubringen, die sich sehen lassen kann.

Die drei ausgezeichneten Projekte jedenfalls freuen sich über die Aufmerksamkeit und die Unterstützung, haben doch auch sie mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen. Noch stehen die Räder beispielsweise auch beim mobilen Das-Da-Kindertheater still, doch alle Beteiligten freuen sich auf einen Neustart. Das mobile Ensemble will in Kitas und Grundschulen vor allem Jungen und Mädchen erreichen, die ansonsten kaum einen Zugang zum Theater bekämen. „Und wer jemals eine dieser Vorstellungen gesehen hat, der weiß, wie schön das ist“, sagte Röllinger. Laut Tom Hirtz, Leiter des Das Da Theaters, funktioniert das Projekt seit 30 Jahren, obwohl der Aufwand enorm groß ist. Umso dankbarer ist er für jede finanzielle Zuwendung.

Unterstützenswert ist nach Meinung der Spender auch das Projekt Open Sunday. „Kinder und Jugendliche haben einen ganz natürlichen Drang zur Bewegung“, führte Annika Holler vom Regio-Sportbund Aachen aus. Und sie sollten diesen Drang auch in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ausleben können, meinte sie. Zu diesem Zweck sollen Schulhöfe und Sporthallen auch am Sonntag geöffnet werden. In Würselen soll im kommenden Winterhalbjahr ein entsprechendes Pilotprojekt starten.

Zum Beispiel aus Südosteuropa, Nigeria und Guinea stammen die Frauen, die bei Solwodi eine Anlaufstelle finden. „Wir betreuen unter anderem Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind und zur Prostitution gezwungen werden“, berichtete Sabine Rompen von der Initiative. Gerade jetzt lebten viele der Prostituierten, die sonst in der Antoniusstraße gearbeitet hätten, in großer Not. Andere seien möglicherweise abgetaucht, ohne dass man wisse, unter welchen Bedingungen sie nun aktiv sind. Ein Kunstprojekt in der Antoniusstraße macht derzeit auf die Situation der Prostituierten aufmerksam.

Alle drei Projekte warten nur darauf, wieder voll und ganz an den Start gehen zu können. Und die Vertreter von Lions- und Zonta-Club freuen sich derweil darüber, dass sie trotz erschwerter Bedingungen auch in diesem Jahr wieder helfen konnten.

 

Dieser Artikel stammt aus dem ePaper der Aachener Zeitung – Stadt:
20.04.2021 / Aachener Zeitung – Stadt / Seite 12 / LOKALES